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Presseerklärung "Medikementenversuche an Kindern in der Psychiatrie" Dezember 2017

Der Verein Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg e.V. (GBPH e.V.) hat sich gegründet, um die Vernetzung der Hamburger Genesungsbegleiter aufzubauen. Weiterhin hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht, der Stigmatisierung von Psychiatrieerfahrenen entgegenzuwirken.

Unser Verein hat mit Entsetzen zur Kenntnis genommen, dass an 3500 nicht einwilligungsfähigen Probanden, darunter 1000 Kindern, von 1953 bis 1978 dreizig verschiedene Psychopharmaka getestet wurden. Das geht aus dem seriös recherchierten Bericht „Vergessene Seelen“ des NDR vom 10.11.2017 hervor, der zeigt, dass Experimente an "schwierigen Kindern" und "psychisch kranken" Erwachsenen durchgeführt wurden, ohne deren Zustimmung und zum Nutzen mehrerer namhafter Pharmakonzerne.

Die Opfer dürfen damit nicht allein gelassen werden. Es ist schlimm genug, dass bis in die heutige Zeit Zwangsmedikation verabreicht wird. Was in Schleswig geschehen ist, sind systematische Menschenversuche. Uns empört es umso mehr, dass diese auch an Kindern begangen wurden, an Hilfebedürftigen, Schutzbefohlenen, die auf Grund von „Unruhe“ oder „unehelicher Geburt“ in die Psychiatrie eingewiesen wurden.

Die Äußerung einer aktuell praktizierenden Ärztin, die innerhalb der NDR-Reportage befragt wurde, diese Praktiken seien „unzulässige Forschung ", geht uns nicht weit genug. Unseres Erachtens nach handelt es sich um schwerste traumatisierende Kindesmisshandlung, wenn man einem Kind unter Gewalt Psychopharmaka einflößt, die größtenteils noch nicht einmal zugelassen sind.

Es ist traurig, dass derartige Praktiken noch 30 Jahre nach Kriegsende stattfanden. Dies zeigt, dass die nationalsozialistische Idee vom „lebensunwerten Leben“ bei Ärzten noch Jahrzehnte nach Kriegsende verbreitet war.

Unser Verein hat den Eindruck, dass dies den befragten Ärzten und der Sozialministerin Christin Ahlheit nicht hinreichend deutlich war. Sie äußern sich nicht klar genug und versuchen, diese menschenverachtenden Praktiken eher zu bagatellisieren.

Das Sozialministerium hat nach der Aufdeckung durch den NDR einen Beirat ins Leben gerufen, der aus ehrenamtlichen Vertretern von Kirche, Politik und Wissenschaft besteht. Sogar drei Betroffene sollen dabei sein. Wir fragen uns, warum dieser Beirat nur zweimal im Jahr tagt und warum er nur ehrenamtlich arbeitet.

Uns wundert es nicht, dass mindestens ein Betroffener aus dem Beirat ausgetreten ist, weil er den Beirat eher als „Schmuckfassade“ erlebt habe.

Wir sind besonders empört, wie die Landesregierung Schleswig-Holstein mit den Vorwürfen und den Opfern umgeht. Von der Pharmaindustrie ist bekannt, dass oben beschriebene Praktiken ausgeübt wurden. Uns erscheint es allerdings zynisch, sich wie die Fa. Bayer damit herauszureden, dass angeblich keine Unterlagen auffindbar seien. Die Firma Merck bestreitet sogar, rechtswidrig gehandelt zu haben. Das ist ein Affront gegen die Opfer, die unter Traumafolgeschäden und Spätdyskinesien leiden und immer noch kein Gehör finden.

Wir treten dafür ein, den Opfern bei ihrem Kampf um Entschädigung beizustehen. Uns Genesungbegleitern und Angehörigen geht es darum, die Opfer zu unterstützen. Sie dürfen nicht alleine gelassen werden.

Für den Vorstand GBPH e.V. : Anke Sahling, Michael Scholl, Reiner Ott

Presseerklärung zur Sendung "Team Wallraff - Undercover in Psychiatrien und Jungendhilfe" vom 18.3.2019

Zur Sendung „Team Wallraff - Undercover in Psychiatrien und Jungendhilfe“ vom 18. März 2019

Der Verein Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg (GBPH) e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der die Integration von Genesungsbegleiterinnen und Genesungsbegleitern (Peer-Beraterinnen und Peer-Beratern) im psychiatrischen Kontext fördert und sie in Ihrer Tätigkeit unterstützt. Außerdem möchte der Verein der Stigmatisierung von psychisch erkrankten Menschen entgegentreten. Genesungsbegleiter sind Experten aus Erfahrung, das heißt, sie haben selbst eine psychische Krise erlebt. Mit dieser Erfahrung können sie gut mit Menschen mitempfinden, die gerade eine psychisch belastende Situation erleben. Einsatzmöglichkeiten von Genesungsbegleitern sind alle Einrichtungen des psychiatrischen Hilfesystems wie Wiedereingliederungshilfe, Tageskliniken und psychiatrische Stationen in Kliniken.

Es muss sich was ändern!

Dieser Satz aus der o.g. Sendung fasst das zusammen, was nach Betrachten der teils verstörenden Bilder übrigbleibt.
Die in dem Film „Team Wallraff - Undercover in Psychiatrien und Jugendhilfe“ aufgezeigten Zustände sind nicht nur untragbar, sondern besonders unmenschlich - ja sogar Menschenverachtend. Leider sind die in der Sendung aufgezeigten Situationen keine Einzelfälle. In den auf Wirtschaftlichkeit getrimmten Kliniken gehen Empathie und Mitmenschlichkeit aus Kostengründen, Zeitdruck und Personalmangel verloren. Einige unserer Mitglieder haben solch ähnliche Situationen während ihrer Behandlung selbst erleben müssen. Und das bereits zum Teil vor zehn oder mehr Jahren!

Auch die in der Sendung gezeigten Maßnahmen zur Fixierung verurteilen wir auf’s Schärfste.

Es ist an der Zeit, dass die Psychiatrie wieder menschlicher wird. Empathie, Zuwendung und die Förderung der Patienteneigenen Resourcen sollten Teil der Behandlung von psychisch erkrankten Menschen werden. Hierzu kann der Einsatz von Genesungsbegleitern beitragen. Auf Akut-Stationen können Genesungsbegleiter deeskalierend auf Patienten und Fachpersonal einwirken. Ihr Status als Brückenbauer wirkt verbindend und kann für Verständnis auf beiden Seiten werben.

Der Verein GBPH fordert daher den Flächendeckenden Einsatz von Genesungsbegleitern in psychiatrischen Einrichtungen, besonders in Kliniken für Psychiatrie.

Presseerklärung "Vorstand erweitert - Ausbau bisheriger Aktivitäten" vom 15.6.2018

Vorstand von GBPH e.V. erweitert - Ausbau der bisherigen Aktivitäten

ln der letzten Jahreshauptversammlung von Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg e.V. (GBPH e.V.) vom 21.04.2018 wurde dessen Vorstand um zwei weitere Personen erweitert. Als neue Vorstandsmitglieder wurden einstimmig von den Anwesenden Gabriele Seiler-Lübbecke und Gabriele Morin Elias gewählt.

Der gemeinnützige, trialogische Verein, der sich die Vernetzung von Erfahrungs~ und Fachkräften in der psychiatrischen Versorgung in Hamburg zum Ziel gesetzt hat, war 2017 maßgeblich an der Konzeption der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB), die am 01.01.2018 unter der Trägerschaft der HGSP ihre Arbeit aufgenommen hat, beteiligt und ist mittlerweile in folgenden
Gremien in Hamburg vertreten:
- „Arbeitskreis Einander begegnen - voneinander erfahren; Leben und Arbeiten mit
psychischer Beeinträchtigung“ initiiert und moderiert von der zuständigen
Senatskoordinatorin Frau Körner.
- „Expertenrat“ des Parítätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg
- PSAG Wandsbek `
- lnitiativ-Gruppe „Umbau der Hamburger ASP“

Regelmäßig stattfindende (Fach-)Austauschtreffen dienen dem gegenseitigen persönlichen und fachlichen Austausch. Zu den am letzten Freitag im Monat in der Nebendahlstraße 7 von 16:00 - 18:00 Uhr stattfindenden „Foren“ sind jedoch nicht nur Mitglieder, sondern auch herzlich Personen, die sich über die Ziele und Aktivitäten des Vereins informieren möchten, eingeladen. Seit der Gründung von GBPH e.V. waren Mitglieder des Vereins auf Anfrage verschiedenster Einrichtungen schon als Referent_innen tätig. Der Fernsehsender NOA4-TV sendete vergangenes Jahr bereits ein lntenıiew mit zwei Vorstandsmitgliedern und einem Vereinsmitglied. Auf positive Resonanz insbesondere bei Betroffenen, aber auch bei Fachkräften, stieß Ende 2017 die Zusammenstellung von GBPH e.V. über Angebote der ambulanten Sozialpsychiatríe über die Weihnachtsfeiertage und Sylvester.

Alle Aktivitäten des Vereins sowie Pressemitteilungen können auf unserer Homepage www.gbph.de eingesehen werden.

Ansprechpartner: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Hamburg, den 15.06.2018

Nächste Termine

25 Jan
Angehörigengruppe
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25.01.2021 17:00 - 18:30
Angehörigengruppe

Anmeldung

Wer teilnehmen möchte, melde sich bitte bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots

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Datum 25.Jan.2021 17:00 - 18:30

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28 Jan
Hometreatment Treffen 2021
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Hometreatment Treffen 2021

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Die Tagung wird in zwei Blöcken je drei Stunden mit einer einstündigen Pause

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28.Jan.2021 10:00 - 17:00

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Die Tagung wird in zwei Blöcken je drei Stunden mit einer einstündigen Pause dazwischen durchgeführt.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an.

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26 Feb
Die subjektive Seite der Schizophrenie
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26.02.2021 09:00 - 17:00
Die subjektive Seite der Schizophrenie

Alle Informationen bezüglich der Anmeldemodalitäten und des geplanten Programmes finden Sie anbei -

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26.Feb.2021 9:00 - 17:00

Alle Informationen bezüglich der Anmeldemodalitäten und des geplanten Programmes finden Sie anbei - wir bemühen uns weiterhin eine kostenfreie Teilnahme für alle Interessierten zu ermöglichen. Bitte registrieren Sie sich bis zum 19.02.2021.

Um ein möglichst buntes Bild von kurzen Meinungsäußerungen zu bekommen, gibt es im Rahmen dieser speziellen "SuSe" erstmalig die Möglichkeit, sich aktiv mittels kurzer Videobotschaften direkt in die Veranstaltung einzubringen. Für diesen "Psychiatry Slam“ möchten wir alle Menschen mit Krisenerfahrungen, Angehörige und Profis aller Professionen ermuntern, uns kurze Videobotschaften mit Antwortversuchen zu schicken. Die Leitfrage lautet: Was sind ansteckende Ideen für die Psychiatrie? Die Videobotschaften sollten bitte bis zum 01.02.2021 hochgeladen werden.

Wir sind neugierig auf dieses neue Format und freuen uns auf Sie.

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