Internationaler Peer Support Tag

Am 15. Oktober ist jedes Jahr der Internationale Peer Support Tag. Was Peer Support bedeuet, dazu einige Statements.

Was ist Peer-Support?

Was ist Peer Support?

Die Idee, dass Menschen, die gemeinsame Erfahrungen teilen, sich gegenseitig unterstützen können gibt es schon lange. Aus ihre entstammen Konzepte wie die Selbsthilfe. Auch Peer Support (wie etwa die Genesungsbegleitung in Deutschland) meint nichts Anderes.

Im Peer Support begegnen sich Menschen, die erlebt haben, wie es ist, wenn das Leben aus den Fugen gerät, Kopf oder stillsteht. Für alle Menschen kann das Leben verwirrend, einschüchternd und entmutigend sein. Wir können uns manchmal sehr allein und unverstanden fühlen, und es kann schrecklich sein, nicht mehr weiter zu wissen. In solchen Situationen wenden sich Menschen häufig an die Psychiatrie, oder werden auch gegen ihren Willen eingewiesen. In solchen Momenten mit jemandem reden zu können, der*dies nicht nur aus Büchern, sondern aus eigener Erfahrung kennt und weiß, wie es ist in Krisen hineinzugeraten, aber auch, dass man aus ihnen wieder hinausfindet, das ist eine Stärke des Peer Support, die ihn von anderen Unterstützungsangeboten abhebt.

Besonders in der Psychiatrie, einem Ort, an den Menschen sich wenden, wenn ihnen Krisen unüberwindbar scheinen, kann Peer Support helfen, Konzepte wie „gesund“ oder „krank“ zu hinterfragen, Stigmata abzubauen, Hierarchien zu überwinden und sich daran zu erinnern, dass alle Menschen, egal ob Peers, Profis, Angehörige … ihr eigenes Erfahrungswissen haben. In Deutschland wird Peer Support zwar in der aktuellen S3 Leitlinie empfohlen und es gibt auch mehr und mehr Peer Begleiter*innen in ganz unterschiedlichen Bereichen. In der Regelversorgung ist Peer Support jedoch im Vergleich zu anderen Ländern noch nicht angekommen.

Erfreulicherweise gibt es in Hamburg mittlerweile viele Möglichkeiten, Peer Support in Anspruch zu nehmen. Am UKE beispielsweise existiert eine Peer Begleitung für Betroffene und Angehörige (https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/psychiatrie-und-psychotherapie/behandlungsangebot/weitere-angebote/index.html). Der GBPH e.V. bietet unter anderem eine Telefon- und Mailberatung unter https://www.genesungsbegleiter.hamburg/ an. Weiterhin Vorbereitungsseminare/Workshop für zukünftige Arbeitgeber von Peer/Genesungsbegleiter. Im UPSIDES Projekt findet momentan global und auch am UKE eine Studie zu Peer Begleitung statt (www.upsides.org). Es gibt in Hamburg aber auch noch jede Menge weitere Orte und Möglichkeiten, Peer Begleitung kennenzulernen und auszuprobieren oder selbst Peer Begleiter*in zu werden, zum Beispiel beim Verein EX-In Hamburg (https://ex-in-hamburg.net/).

Zum diesjährigen Tag des Peer Supports am 15.10.20 wollen der Verein Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg (GBPH), das Forschungsprojekt Using Peer Support In Developing Empowering Mental Health Services (UPSIDES) und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit einer kleinen Sammlung aus der Erfahrung in der Peer Arbeit auf das Thema aufmerksam machen.

                                                                    Rebecca Nixdorf, Gwen Schulz, Imke Heuer und Reiner Ott